Ein Moment des Erinnerns

Ich suche eine ganz bestimmte Bilddatei von 2014. Wild durchstöbere ich meine Festplatten. Hier herrscht zwar Ordnung, aber kein richtiges System. Wieder ein Punkt auf der "To-Do"- und "Zu Verbessern"-Liste. Ich drifte ab. Verliere mich in alten Reisen, Wochenendausflügen und Aufträgen.

 

Es ist wie beim Zimmer aufräumen in Kindertagen, wenn man plötzlich genau dieses eine Gameboyspiel unter dem Kopfkissen wiederfindet, dass man zwar schmerzlich vermisst hat, aber bereits vergessen hatte, dass es abhanden gekommen war. Der Fund versetzt einen in Euphorie und dann in Rührung. Zärtlich streicheln wir das Spiel und vergessen über dieses unverhoffte Wiedersehen ganz den eigentlichen Grund unseres Zimmeraufenthaltes: Das Aufräumen! 


In meinem Fall ist es kein Gameboyspiel, sondern das Portrait eines Bergdorfbewohners aus Thailand.
Dieser Mann war Macheten-Schmieder, Halskettenknüpfer und Dorfprister, der die bösen Geister aus den Hütten verscheucht, in einem. Das Bild ist eines meiner Lieblingsportraits. Nach zwei Jahren auf der Festplatte hat es endlich die würdige Bearbeitung erfahren, in der es getrost wieder hinter dem Kopfkissen verschwinden darf.

 

Ich wünsche euch allen eine schöne Vorweihnachtliche Zeit mit Raum für Einkehr, wiederkehrenden Momenten des Glücks und Überraschungen beim (innerlichen) Aufräumen.

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